Katja Schenker


L’amie de mon amie, 2012
Das Schaffen von Katja Schenker (*1968) bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Performance und Installation, wovon auch ihre Arbeit im Fontanapark zeugt. Inspiriert von den unterschiedlichen Stimmungen, die sie darin wahrgenommen hat, schuf die Künstlerin eine schwere, perlmuttfarben beschichtete Betonkugel, die majestätisch inmitten des Barockgartnes thront. Während das Volumen der Kugel Geschlossenheit vermittelt, ist die Oberfläche des Körpers durch eine poröse Gestaltung aufgebrochen und erinnert an eine Mondlandschaft. Nicht perfekt rund irritiert und schärft die Kugel leicht aus der Geometrie gerückt die Wahrnehmung der Betrachter/innen. Sie ist auf einem …

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… der Kieswege platziert und kann und soll sie im Verlaufe der Ausstellung von Besucher/innen zu verschiedenen Stellen des Parks gerollt werden. Je nach Standort schafft die leicht schimmernde Kugel unterschiedliche atmosphärische Korrespondenzen und tritt in andere räumliche Verhältnisse zu ihrer satt grünen Umgebung, auf welche die Kugel direkt auf dem Boden stehend ganz unmittelbar einwirkt. Katja Schenkers Werk fordert die Besucherschaft auf, zu aktiv Beteiligten zu werden und damit das Verhältnis der Kugel zum Umraum zu bestimmen. Dass das Werk von der Interaktion mit den Betrachter/innen lebt, suggeriert auch der Titel, der auf das Weiterreichen der Kugel von Hand zu Hand anspielt und zugleich auf ein barockes Mäander in der Landschaft verweist. 
Das Verständnis von Skulptur im öffentlichen Raum als einem Objekt, dass autonom und von  der Umgebung losgelöst Distanz zum Betrachter aufbaut, hat sich seit der Moderne gewandelt. Katja Schenkers Intervention verdeutlicht, dass ein wesentliches Merkmal von Kunst im öffentlichen Raum heute darin besteht, dass sie mit ihrer Umgebung korrespondiert, (Zwischen-)Räume aktiviert und dadurch auf den Ort einwirkt. Subtil greift ihre Arbeit in den Fontanapark ein, schafft neue Raumverhältnisse und sensibilisiert die Wahrnehmung der Betrachter/innen. In der Wechselwirkung zwischen Material, Raum und körperlicher Handlung transformiert Katja Schenkers Werk den Park zu einer performativ erlebbaren Örtlichkeit. Die Farbschicht auf der Kugel löst sich durch das Umherrollen langsam ab, so dass sich das Agieren der Besucher/innen als immanenter Teil des Werks in die Skulptur einschreibt und als performative Spur auf der Oberfläche sichtbar bleibt.

www.katjaschenker.ch


‹l'amie de mon amie›, 2012 ·  Beton, perlmuttfarben beschichtet, ø 130 cm,
Courtesy Katja Schenker, Foto: Ralph Feiner